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Solidarität mit Altersgenossen in Ruanda

Artikel aus der Allgemeinen Zeitung (06.05.2016)

Nachrichten Bingen
Von Jochen Werner

SPENDENMARSCH Grundschüler aus Dietersheim und Sponsheim laufen zum Rheintal-Kongress-Zentrum / 1997 Euro gesammelt

DIETERSHEIM - Nicht nur die Drittklässlerinnen Louisa, Lisa, Ecrin und Lena fanden es „doof, dass wir nicht im Park spielen konnten“. Den „anstrengenden Weg“ auf dem Spendenmarsch von der Dietersheimer Grundschule bis vor das Rheintal-Kongress-Zentrum hatten sie, wie alle 130 Kinder aus Sponsheim und Dietersheim, geschafft, dann aber wurden Regen und Wind zu stark, dass die Lehrerinnen entschieden, die zwei Stunden Spielzeit nicht wie geplant im Park am Mäuseturm zu verbringen, sondern sie in der heimischen Schule stattfinden zu lassen. Die Rückfahrt per Bus wurde vorgezogen, um 11 Uhr waren alle wieder in den Klassenzimmern.

Seit 2005

Am Spendenergebnis konnte auch das schlechte Wetter am Dienstagmorgen nichts ändern. Am Ende genau 1997 Euro, ein paar mehr als dies zu Beginn des Spendenmarsches feststand, hatten die Jungs und Mädels für ihre Partnerschule in Ruanda gesammelt, die Jüngeren im Freundes- und Bekanntenkreis, die beiden älteren Jahrgänge unter den Bürgern in den beiden Binger Stadtteilen. Ärgerlich war eher, dass der einzige „richtige“ Wandertag der ganzen Schule in diesem Jahr nicht das gewünschte Ende fand.

Die Solidarität mit der Partnerschule der „Groupe Scolaire Karengera/Gitwa“ wurde trotzdem gezeigt. Lehrerin Friederike Heins kümmert sich seit Beginn 2005 darum, dass die Verbindungen bestehen bleiben und gestärkt werden. Seit elf Jahren pflegen beide Schulen den Kontakt miteinander, durch Briefe, gemalte Bilder und Fotos. Und eben durch die Spendensammlungen. Als Gegenleistung erhält die Grundschule eine detaillierte Aufstellung darüber, was mit dem Geld, das in voller Höhe am Zielort ankommt, geschieht. Dort gibt es rund zehnmal so viele Schüler, die den Unterricht besuchen, insgesamt gut 1200.

Und deshalb wird allerhand benötigt. Mag die Gegend rund um den Kivusee im Westen Ruandas an der Grenze zur Republik Kongo noch so idyllisch sein. Das von der Landwirtschaft geprägte „Land der tausend Hügel“ ist eine der ärmsten Nationen der Welt. Über 40 Prozent der 12 Millionen Einwohner sind jünger als 15 Lenze, für alle besteht acht Jahre lang Schulpflicht. „Das Geld wird vor allem für schulische Dinge verwendet, für Uniformen, Hefte, Bücher und Stifte“, berichtete Schulleiterin Kerstin Donovitz. Heins zeigte auf, dass damit auch Wasserzisternen für den Schulgarten gegraben würden, man auch Schränke, Tische und Bänke für die Klassensäle zimmere.

Für Thema sensibilisiert

Altersgemäß werden die Dietersheimer Grundschüler im Vorfeld des Spendenmarsches im Unterricht für das Thema sensibilisiert. Dabei kommen natürlich auch Fragen auf, hat Heins erfahren. Etwa die nach der Einführung der „Umuganda“ in Bingen, um die vielen Schlaglöcher in den Straßen zu stopfen.

In Ruanda, so Heins, arbeiteten alle Bürger an einem Tag im Monat gemeinsam an Schulen, Krankenhäusern oder Amtsgebäuden, oder sie bessern eben die in der Regenzeit überschwemmten Straßen aus.


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