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Besuch ruandischer Studenten in Sponsheim und Dietersheim

Marie-Claire Ndatimans, Joseph Uwimana und Nshimiyumukiza Phocas studieren seit zwei Jahren Agrarwissenschaften an der Fachhochschule in Bingen. Es sind Stipendiaten, die vom ruandischen Staat ein Stipendium erhalten. Als sie in Bingen ankamen, sprachen sie noch kein Wort Deutsch, und mussten es sehr schnell lernen, um im Studium mitzukommen.

Am Donnerstag, den 12.05.16 waren sie zu Gast an unserer Schule und erzählten den Kindern einiges über die Schule in Ruanda und über den Alltag eines Schulkindes:

In der Regel hat ein Kind drei bis neun Geschwister. Morgens müssen sie je nach Pflichten und Entfernung von der Wasserstelle zwischen 5.00 Uhr und 6.00 Uhr aufstehen. Während die einen mit einem Kanister zur Wasserstelle laufen, sammeln die anderen Feuerholz oder helfen, die Tiere zu versorgen.
Danach müssen sie sich waschen und ihre Schuluniform anziehen. Spätestens um 7.00 Uhr machen sie sich auf den Schulweg, denn die Schule liegt in bis zu 6 km Entfernung (dafür braucht man ca. eine Stunde).
Frühstück gibt es nicht, in Ruanda wird abends die Hauptmahlzeit, die für viele die einzige Mahlzeit am Tag ist, gegessen: Bohnen, Süßkartoffeln, Kartoffeln, Spinat, Tomaten, Sorghum (Getreide) und Bananen - natürlich nicht alles zusammen!
Weil es in Ruanda so viele Kinder gibt, muss die Hälfte einer Klasse (40 Kinder) morgens in die Schule gehen, während die andere Hälfte am Nachmittag Unterricht hat. Die Lehrer müssen so von 7.30 Uhr bis 17.00Uhr Unterricht halten.
Die Kinder, die mittags nachhause kommen, ziehen zuerst ihre Schuluniform aus, und ihre Alltagskleider an. Dann müssen sie, bevor sie Hausaufgaben machen können, Ziegen hüten, auf kleine Geschwister aufpassen, auf dem Acker helfen oder was sonst noch anliegt.
Abends sitzt die Familie endlich zusammen und isst das gekochte Abendessen.

Vor allem die Kinder aus der ersten Klasse zeigten sich sehr beeindruckt von diesem entbehrungsreichen und abenteuerlich erscheinenden Leben – sie fragten Joseph regelrecht Löcher in den Bauch.
Am Ende brachte Marie-Claire den Kindern noch zwei traditionelle Spiele bei, die besonders bei den Mädchen gut ankamen, während Joseph mit einem selbstgebauten Lumpenball mit den Jungs Fußball spielte.

F. Heins

Bilder aus Dietersheim:



Bilder aus Sponsheim:

Nshimiyumukiza hat in Sponsheim alle drei Klassen besucht. Zum Abschluss seines Besuchs in der Klasse 2b zeigte er auf Nachfrage der Kinder, wie in Ruanda getanzt wird. Begeistert tanzten die Kinder mit.



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